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Ausgabe 10/2007 vom 10.12.2007
SWBB eröffnet Geodatenportal mit flächendeckenden Luftbildern
Saarland im Web mit Polygis
Das Geoinformationssystem (GIS)
Polygis gehört mit 1.200 Kunden in
Deutschland zu den führenden Lösungen
für den kommunalen und behördlichen
Sektor. Der im Saarland
ansässige Anbieter SWBB GmbH
(Softwarebüro Lothar Bubel) feierte
am 23. November 2007 sein 20jähriges
Bestehen. Zu diesem Anlass
präsentierte das Unternehmen eine
wirkliche Neuigkeit für den deutschen
GIS-Markt: SWBB eröffnete
es das erste Geodatenportal auf Länderebene
in Deutschland, das in vollständiger
Eigenregie des Unternehmens
entwickelt wurde. Aus diesem
Anlass sprach Business Geomatics
Chefredakteur Stefan Grebe mit dem
Unternehmer Lothar Bubel.
Business Geomatics: Herr Bubel, Sie haben heute das erste Geodatenportal für das Saarland eröffnet. Warum investiert Ihr Haus in ein derartig aufwendiges Projekt? Bubel: Viele Kommunen und Städte stellen ihre Geoinformation in das Internet und verknüpfen diese Daten mit anderen für die Bürger bedeutenden Informationen. Das ist einerseits ein alter Hut, hunderte Polygis- Kunden arbeiten ja beispielsweise bereits mit dem Polygis-Webserver. Komplett neu ist allerdings das in dem Projekt entstandene Entwicklungswerkzeug, mit dem sich solche Portal-Anwendungen einfach und interaktiv gestalten lassen. Für uns ging es bei dem Projekt also darum, ein Werkzeug mit der bewährten Polygis-Technologie für allgemeine Geodatenportale zu entwickeln. Die Aufnahme und die Bearbeitung der Luftbilder des gesamten Saarlandes ist das wahrscheinlich größte Projekt mit der hohen Auflösung von 15 Zentimetern in Deutschland. Das Projekt zeigt: Wir sind als Unternehmen mit derzeit 25 Mitarbeitern dazu in der Lage, ein Portal komplett alleine zu realisieren und mit Inhalten zu füllen. Dass ein privates Unternehmen wie SWBB auf eigene Initiative hin ein Geodatenportal für ein ganzes Bundeslandes realisiert, ist übrigens ein absolutes Novum in Deutschland. Business Geomatics: Der Aufbau von Geodateninfrastrukturen (GDIs) gilt als komplexe Aufgabe. Ist Polygis dafür gerüstet? Bubel: Uns ging es bei diesem Projekt lediglich darum, ein konkretes Praxisbeispiel für die Leistungsfähigkeit der Polygis-Technologie zu entwerfen. Darauf aufbauend sind alle Kommunen, Behörden, Verwaltungen und auch Unternehmen eingeladen, ihre Ideen zur Nutzung dieses Datenbestandes einzubringen. Aber wir müssen hier differenzieren. Ein Geodatenportal eines Landes ist noch nicht die gesamte GDI eines Landes. Unter der GDI versteht man neben dem Portal grundsätzlich auch das gesamte Geodatenmanagement. Selbstverständlich lässt sich mit Polygis auch die komplette GDI eines Bundeslandes aufbauen. Doch dies liegt in der Hand der Verantwortlichen der Länder. Wir können hier nur unsere Unterstützung und konkrete Hilfestellung anbieten. Business Geomatics: Polygis gehört in Deutschland nach Ihrer Aussage zu den führenden GIS-Produkten. Woran machen Sie das fest? Bubel: Zunächst einmal ist da die faktische Wahrheit. Zusammen mit unseren Partnern, insbesondere der IAC in Leipzig, betreuen wir aktuell mehr als 1.200 Kunden, und pro Jahr kommen etwa 100 neue dazu. Über 16.000 Lizenzen, das ist in dem Fall gleichbedeutend mit Polygis-Arbeitsplätzen, befinden sich im Markt. In fast allen Regionen des Landes sind feste Nutzer- und Anwendergruppen installiert und wir decken mit der Polygis-Produktfamilie mittlerweile das komplette Spektrum der behördlichen Anwendungen ab. Wir bezeichnen uns selbst nicht als Marktführer – wie dies unsere Mitbewerber, ohne dafür nur den geringsten Beweis anzutreten, gerne tun –, sondern wir konzentrieren uns auf Fakten. Sehen sie, in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben wir einen Marktanteil im Kommunalbereich von über 50 Prozent absolut. Dies können Sie einfach nachprüfen. In Bayern sind wir mit über 25 Prozent Marktanteil sicher einer der wichtigsten Anbieter und auch in den meisten anderen Bundesländern haben wir signifikante Marktanteile. Es spielt für uns schlichtweg keine Rolle, ob wir nun Marktführer sind oder nicht. Wichtig für uns ist lediglich, dass so viele Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken, sich sicher nicht irren. Business Geomatics: Nun haben Sie 20 Jahre Unternehmensgeschichte hinter sich gebracht. Lassen Sie uns ein wenig in die Zukunft blicken. Was kann der Markt künftig noch von Ihnen beziehungsweise Polygis erwarten? Bubel: Die Zukunft der GIS-Nutzung liegt im Internet. Aus diesem Grunde war es für uns wichtig, die Umstellung der bisherigen Client- Server Anwendungen auf die webbasierten Techniken von Polygis voranzutreiben. Auch die internationalen Standards wie WMS (Web Mapping Service), mit dem man allein aus dem Browser heraus auf Geoportale zugreifen kann, sind bereits voll hinterlegt. Für die Integration der unterschiedlichen WMS-Dienste, die sich an unterschiedlichen Orten befinden, stellt die Portaltechnologie in Polygis eine Integrationsoberfläche zur Verfügung, die die verteilten WMS-Server wie einen Server erscheinen lassen. Diese Zugriffsharmonisierung auf unterschiedliche, verteilte Web-Dienste wird die Zukunft sein. Hier haben wir sicher schon einen Vorsprung vor den meisten anderen Anbietern erreicht. Doch unsere Pläne zielen noch weiter. Für Bestrebungen wie XPlanung, mit dem der Austausch von Planungsinformationen zwischen den Behörden erfolgen wird, ist die nun verfügbare neue Technik eine ideale Arbeitsgrundlage. Mit ihr können Planungs- Vorhaben und –Stände visualisiert und transparent gemacht werden. Das gleiche Argument gilt auch für Planungen gemäß dem Baugesetzbuch, das gerade in der jüngsten Diskussion über den Flächenverbrauch in Deutschland besondere Bedeutung erlangt hat. Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass wir unserem Qualitätsanspruch „Made in Germany“ gerecht werden, denn schließlich sind wir ja der einzig verbliebene GIS-Anbieter, der seine Technologie alleine in Deutschland entwickelt. (sg)
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